Kommunale Daseinsvorsorge sorgt für Lebensqualität vor Ort und verschafft der Wirtschaft die notwendigen Grundlagen für deren Arbeit. Doch auch für Kläranlage, Wasserversorgung, Schulen und Kindergärten oder Gemeindeämter braucht´s Strom und Gas. Die massiv steigenden Energiekosten fordern die Gemeinden zum handeln……..

15% Einsparung, das wurde Montag-Nacht (25. Juli) durch die EU-Staaten als Ziel ausgegeben, um den Gaskonsum bis März 2023 zu senken. Die Überlegung dahinter ist, dass jeder Kubikmeter Gas, der jetzt eingespart werden kann, zur Auffüllung der Speicher hilft und somit auch bei geringeren Gaslieferungen dazu beiträgt, dass wir leichter über den Winter kommen. Die drohende Gaskrise sorgt dafür, das auch Städte und Kommunen nach Einsparpotentialen suchen.

Um unabhängiger von russischen Energieimporten zu werden, hilft es, wenn wir alle unseren Energieverbrauch deutlich senken und effizienter mit Energie umgehen. Das gilt auch für andere Ressourcen. Wo es geht, sollten wir weniger Wasser verbrauchen und möglichst wenig Müll erzeugen.

„Energiesparen ist das Gebot der Stunde, dabei brauchen wir auch Lösungen mit Hausverstand,“ so LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf gemeinsam mit Präsident Hannes Pressl und Diözesanbischof Alois Schwarz. Pernkopf: „Die billigste Kilowattstunde ist jene, die gar nicht erst verbraucht wird. Deshalb haben wir auch unsere Energieberater bei der eNu verdoppelt, die unkompliziert und kompetent beraten, wo daheim Strom konkret eingespart werden kann.“ Alleine im heurigen Jahr wurden bis jetzt über 12.500 Beratungen durchgeführt, das entspricht einer Verzehnfachnung.

In Niederösterreich bereits 200.000 Straßenlaternen umgestellt

Viele würden sich aber auch zu Recht fragen, ob es wirklich notwendig ist, dass z.B. öffentliche Gebäude oder Parkplätze in den gesamten Nachtstunden beleuchtet werden. Auch hier ließe sich noch viel einsparen. Bei den Straßen im untergeordneten Straßennetz müsse zum Beispiel geprüft werden, wie die Verkehrssicherheit trotzdem hoch bleibt, wenn Laternen gedimmt oder abgeschaltet werden, so Gemeindebundpräsident Pressl:

Mit der Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED kann man am meisten erreichen: In Niederösterreich wurden bereits über 200.000 von insgesamt rund 450.000 Straßenlaternen umgestellt. Das bedeutet, dass beinahe jede zweite Laterne energiesparend – also mit rund 65% weniger Energieaufwand bei mindestens gleicher Leuchtkraft – brennt und auch noch dazu dimmbar ist. Gleichzeitig sind wir mit all unseren Gemeinden im Austausch und rufen sie dazu auf, noch zusätzliche Spar- und Effizienzpotentiale zu suchen und zu nutzen. Dabei hilft uns auch die Energiebuchhaltung, die wir gemeinsam mit dem Land Niederösterreich und der Energie- und Umweltagentur in 540 Gemeinden umsetzen.

NÖ Gemeindebund-Präsident Hannes Pressl

Niederösterreich hat übrigens als erstes und bisher einziges Bundesland ein Energie-Effizienz-Gesetz bereits vor über 10 Jahren beschlossen. Mit einem 10-Maßnahmen-Paket wird Kommunen beim Energiesparen und beim Einsatz erneuerbarer Energieträger unter die Arme gegriffen. Die Förderungen reichen dabei von der Nutzung der Solarenergie bis hin zu kommunalen E-Fahrzeugen.

Hier sind alle Förderungen für Dich aufgelistet:

https://www.umweltgemeinde.at/foerderzentrum-aktuelles

Neben der finanziellen Unterstützung gibt es eine weitere Reihe von Unterstützungsmöglichkeiten im Rahmen des Umwelt-Gemeinde-Services.  

Viele Städte und Gemeinden arbeiten bereits eigeninitiativ und verantwortungsbewusst an Energiesparkonzepten. So gibt es bereits nützliche Tipps, die rasch und kurzfristig für Einsparpotentiale vor Ort sorgen:

Kurzfristige Maßnahmen

  • Überprüfen und Entlüften der Heizungsanlagen in allen öffentlichen Gebäuden
  • In der Folge Absenkung der Temperatur in Verwaltungsgebäuden und öffentlichen Einrichtungen (1 Grad weniger spart bis zu 6 Prozent Energie, Empfehlung 18-20 Grad Raumtemperatur)
  • Klimaanlagen im Sommer abschalten und reduzieren
  • Licht sparen
  • Standby-Modi in öffentlichen Gebäuden abschalten
  • Verzicht auf Warmwasseraufbereitung in öffentlichen Gebäuden
  • Straßenbeleuchtung reduzieren (auch Beleuchtung von öffentlichen Gebäuden, Wahrzeichen, Kirchen, Schaufenstern etc)
  • Ampelanlagen einschränken
  • Verzicht von Flutlichtanlagen auf öffentlichen Sportanlagen in den Wintermonaten
  • Verzicht von Weihnachtsbeleuchtung in der Gemeinde
  • Keine Beheizung von Schwimmbädern abseits der Saison
  • Verzicht von Eislaufplätzen in Gemeinden

Längerfristige Maßnahmen

  • Thermische Sanierung von öffentlichen Gebäuden
  • Umstellung von fossilen auf energieeffiziente Heizsysteme bei öffentlichen Gebäuden
  • Installierung von PV-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden
  • Umsetzung von Energiegemeinschaften
  • Installierung von Blackout-Plänen und Sicherheitskonzepten

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Reduzieren von Straßenbeleuchtungen oder Ampeln im Straßenverkehr speziell im Schadensfall (Haftungsfragen) werden mit den zuständigen Stellen noch abgeklärt.

Appell an die Pfarren

Diözesanbischof Alois Schwarz richtete sich dieser Tage mit einem Appell an die Pfarren der Diözese St. Pölten, um sie aufzufordern, wo immer es möglich ist, auf Außenbeleuchtung in den Nachtstunden zu verzichten bzw. diese auf ein Mindestmaß zu reduzieren. „Nachhaltigkeit und ein achtsamer Umgang mit den Ressourcen muss uns das Gebot der Stunde sein“, so der Bischof.

Gemeinsam muss es unser Anliegen sein, mit gutem Beispiel im Umgang mit der Schöpfung und mit den verfügbaren Ressourcen umzugehen“, so der Bischof. „Das Investitionsvolumen in Energiesparmaßnahmen hat in unseren Pfarren bis jetzt mehr als sechs Millionen Euro betragen. Ich bin froh und dankbar, dass unsere Pfarren so umfangreich die Energieberatung des Landes nützen und hier auch die zielgerichteten Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen.

Diözesanbischof Alois Schwarz

Im Rahmen der Aktion Energie-Spar-Pfarre wurden von 194 niederösterreichischen Pfarren bereits 357 konkrete Maßnahmen, von der PV-Anlage über LED-Beleuchtung bis zur Heizungsumstellungen durchgeführt. Insgesamt wurden dafür 6,5 Millionen Euro investiert, die Landesunterstützung beträgt in Summe 1,2 Millionen Euro.

Wir bitten auch um DEINE Unterstützung: Jede eingesparte Kilowattstunde Strom und jede eingesparte Gigawattstunde Gas helfen, unsere gemeinsame Ausgangslage bei der Energieversorgung im kommenden Winter zu verbessern. Jeder noch so vermeintlich kleine Beitrag hilft, das große Ziel einer sicheren und unabhängigen Energieversorgung zu erreichen. Das schont den Geldbeutel und das Klima gleichermaßen.

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